Eigenes Short-URL Script, ja oder nein

Ein aktueller Trend im WWW ist der Start eines eigenen Short-URL Dienstes wie etwa bit.ly oder tinyurl.com. Wer bei Twitter aktiv ist, der wird sehr schnell auf viele solcher Dienste aufmerksam werden (is.gd, su.pr, redir.ec, tiny.cc …). Auch bekannte Unternehmen wie z.B. google starten eigene Kurz-URL Dienste mit goo.gl. Soll man jetzt noch einen eigenen Short-URL Services starten? Nachfolgend einige Betrachtungen rund um dieses Thema. Beginnend mit dem Kontra.

Kontra
Aufgrund der Rechtslage in Deutschland würde ich persönlich vor dem Start eines offenen Short-URL Dienstes abraten. Warum? Wer Usern die Möglichkeit bietet einen solchen Dienst für alle möglichen URLs zu nutzen, der braucht sich nicht zu wundern wenn auch lange URLs aus Bereichen damit gekürzt werden die gegen geltendes deutsches Recht verstoßen. Ob sich der Short-URL Dienst, der zwar nur eine Weiterleitung setzt, dann auch strafbar macht können wohl nur Gerichte klären. Mit persönlich wäre es somit zu heikel einen offenen Short-URL Service zu starten.

Jedoch lohnt sich der Start eines solchen Dienstes für die rein private Nutzung. Somit kommen wir zu dem Pro.

Pro
Immer mehr Webmaster nutzen verschiedene Social-Netzwerke wie Twitter, Facebook, MySpace, YouTube und viele weitere für das Affiliate-Marketing. Wer viele Leser (Follower, Fans) besitzt, der kann sehr schnell mittels einer Short-URL die Besucher auf ein besonderes Produkt aufmerksam machen. Nur der geübte Webmaster wird dann bei dem Klick auf die Short-URL erkennen, ob sich dahinter ein Affiliate-Link versteckt hat oder nicht. Hat man nun mehrere solcher Short-URLs für das Affiliate-Marketing in vielen Netzwerken gepostet und der Short-URL-Anbieter beendet seinen Dienst, dann sind alle dieses mühsam gesetzten Links wertlos, denn sie leiten nicht mehr auf die gewünschte URL weiter.
Um diesem Szenario aus dem Weg zu gehen, lohnt sich der Start eines eigenen, privaten Short-URL Services.

Nutzt man solche Short-URLs und erstellt z:b. eine URL bit.ly/ppA für das Affiliate-Marketing auf das Partnerprogramm A. Sollte nun das Partnerprogramm A nicht mehr aktiv sein, dann geht auch der Link bit.ly/ppA ins Leere. Nun muss man einen neuen Link bit.ly/ppB zu Partnerprogramm B erstellen und diesen dann wieder publik machen.
Viel einfacher wäre es wenn man die Möglichkeit hätte die Weiterleitungs-URL hinter bit.ly/ppA zu ändern, so dass diese nun auf das neue Partnerprogramm B weiterleitet. (Dies macht natürlich nur Sinn wenn beide Partnerprogramme aus der gleichen Branche stammen).
Hätte man auf einen eigenen Short-URL Dienst gesetzt, dann könnte man die Zielurls einfach austauschen.

Mittlerweile haben einige Dienste reagiert und bieten den Usern die Möglichkeit auch die Zielurls zu ändern. Dies geht jedoch nur wenn man sich vorher bei dem Dienst angemeldet hat und dann die Kurz-URL erstellt hat. Ältere lassen sich nicht ändern.

Einfache Installation
Wer über einen eigenen, privaten Short-URL Servicen nachdenken sollte, der braucht für einen möglichen Start keine großen Kosten fürchten. Es reicht ein kleiner Webspace mit einer Domain zu. Passende und sehr gute Script (inkl. Statistiken) gibt es kostenlos (yourls.org). Nach der Installation sollte man jedoch die öffentliche Nutzung verbieten.

Auf API achten
Sollen Short-URLs automatisch bei der Veröffentlichung eines Beitrages generiert und z.B. auch auf Twitter gepostet werden, dann sollte das Script eine API mitbringen. Ohne API lässt sich dies nicht ganz so leicht lösen, sondern benötigt Programmieranpassungen.
Das kostenlose Short-URL Script yourls.org bringt eine solche API bereits mit.

Neue oder bestehende Domain
Um die Frage braucht man eine neue Domain oder nicht beantworten zu können, muss man verschiedene Punkte betrachten. Besitzt man z.B. ein großes und bekanntes Projekt, mit vielen News und aktuellen Informationen, dann könnte es ratsam sein das Short-URL Script auf dem gleichen Webspace z.B. auf einer Subdomain zu nutzen. Die verwirrt die Besucher nicht.

Wer viele verschiedene Projekte besitzt und diese öfters mittels Short-URLs in diversen Social-Netzwerken promotet, für den könnte der Start eines eigenen Dienstes auf einer separaten Domain sinnvoller sein.

Fazit
Die endgültige Entscheidung ob man einen eigenen Short-URL Service benötigt muss jeder Webmaster für sich selbst entscheiden. Für umfangreiche und auf längere Zeit angelegte Affiliate-Kampagnen könnte ein eigener Service durchaus sinnvoll sein.

Dieser Beitrag wurde am Montag, Juni 21st, 2010 gegen 10:35 verfasst, in der Kategorie Webmaster abgelegt und mit den Schlagworten , , versehen.

2 Kommentare »

  1. ich hab da auch schon darüber nachgedacht aber die rechtliche Seite bei offenen Shortenern ist halt das größte Problem. Schade das du hier nicht weiter darauf eingegangen bist, deswegen bin ich nämlich her gekommen.

    Dazu gibt es kaum Infos im Netz. Einen privaten Kürzungsservice halte ich jetzt nicht für so wichtig. Allerdings bin ich auch nicht sonderlich aktiv in sozialen Netzwerken wo diese Art die Links zu verschleiern wohl am häufigsten eingesetzt wird.

  2. Ich bin gerade dabei einen Short URL Service aufzubauen um nachher die Datein als Open Source zur Verfügung zu stellen. Wegen dem rechtlichen Aspekt bin ich mir auch noch nicht sicher, ob der Service nachher öffentlich zugänglich sein soll oder lieber nicht…

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